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Koalition verharrt in IGS-feindlichen Positionen Mogelpackung Oberstufe – kein Zukunftsmodell

Konsens geht anders

„Die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen hilft nicht, die Aufgabe zu lösen, attraktive Schulstandorte im ländlichen Raum zu erhalten – auch wenn man ihr das Etikett „Oberschule“ anschraubt“, erklärte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Eberhard Brandt. „Wenn diese Schulform eingeführt wird, weicht die Realschulklientel von der örtlichen Schule auf das Kreisgymnasium oder eine IGS aus.“ Auch der Versuch, die kombi­nierte HS / RS durch ein glanzvolles Etikett aufzuwerten, werde von der Elternschaft schnell durchschaut.

 

Eberhard Brandt fragt, welche Absicht die Regierung damit verfolge, beiden unterschiedlichen Schulformen, der Haupt- und Realschule und der Kooperativen Gesamtschule einen gemein­samen Namen zu geben und erhebt den Vorwurf einer Mogelpa­ckung.

Kleine Kooperative Gesamtschulen hält der GEW-Landesvorsitzende ebenfalls für ungeeignet, ein attraktives Schulangebot zu gewährleisten. „Kooperative Gesamtschulen enthalten das dreigliedrige Schulsystem unter einem Dach und sortieren die Jugendlichen in den Haupt­fächern und mit der Mehrheit der Unterrichtsstunden nach Schulformen. Das unterscheidet sie grundsätzlich von der Integrierten Gesamtschule, die diese Trennung nicht vornimmt.“ Das ändere auch das Nebelwerfen bei der Präsentation der Oberschule nicht. Immer mehr Eltern wollten die IGS als Alternative zum gegliederten Schulsystem, weil sie die Schullaufbahn bis zur 10. Klasse offenhält und weil sie auch einen alternativen Weg zum Abitur enthält.

Die Befragungen der Grundschuleltern in den Landkreisen, die jetzt bei der Schulbehörde einen Antrag auf vierzügige IGSen gestellt haben, hatten ein eindeutiges Ergebnis, so Eberhard Brandt. Vor die Wahl gestellt, ob sie eine KGS oder eine IGS wollen, hätten die Eltern eindeutig für die IGS gestimmt.

„Wenn die Landesregierung die KGS mit drei Parallelklassen zulässt, muss sie gleiches Recht für die IGS gelten lassen. Kultusminister Althusmann werde es nicht gelingen, Eltern zu erklä­ren, warum er sie bei der Schulwahl bevormunden will.“ Ebenso sei es Voraussetzung für einen Schulkonsens, dass die Verpflichtung der IGS auf das Turbo-Abitur wieder zurückgenommen werde.

Kommunikative Lockerungsübungen habe man nun lange genug betrieben, jetzt käme es auf die Ergebnisse an und dafür sei die GEW weiter gesprächsbereit, so der GEW-Chef.